Schadenfreiheitsklassen – unfallfrei fahren und Geld sparen

Wer in Deutschland mit einem Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr fahren möchte, braucht dafür Versicherungsschutz.

Das ist gesetzlich so vorgeschrieben. Natürlich kostet jede Versicherung Geld. Doch wie viel man im Jahr bezahlen muss, hängt von der jeweiligen persönlichen Einstufung im System der Schadenfreiheitsklassen ab. – Wer längere Zeit unfallfrei fährt und dadurch keine Kosten verursacht, darf sich über einen niedrigeren Versicherungsbeitrag freuen.

Schadenfreiheitsklassen – Beitragsrabatt mit System

Die Anzahl der schadenfreien Jahre bestimmt in der Regel über die Einstufung. Die SF-Klasse 1 steht somit für ein volles Jahr, ohne dass die Kfz-Versicherung für einen Schaden eintreten und aufkommen musste, die SF-Klasse 2 für zwei Jahre – und immer so weiter. Gezählt werden dabei jedoch nur solche Zeiten, in denen tatsächlich auch ein Fahrzeug angemeldet war. In diesen Standard-Klassen wird, steigend, Beitragsrabatt gewährt.

Dazu treten zwei Sonderklassen. Die SF-Klasse 0 nimmt die Fahranfänger auf, die ihre Fahrerlaubnis erst relativ kurz besitzen, die SF-Klasse ½ alle übrigen Verkehrsteilnehmer, die zum ersten Mal ein eigenes Fahrzeug versichern. Die zeitliche Grenze ziehen die meisten Versicherer hier bei drei Jahren seit Erwerb des Führerscheins. – Mit einem Zweitwagen startet man beitragmäßig häufig ebenfalls in der SF-Klasse ½.

Teuer wird es in den Schadensklassen S (für »Schaden«) und M (für »Malus«), in die man allerdings nur nach eigenverschuldeten Unfällen durch eine entsprechende Rückstufung gelangen kann.

Jetzt KfZ-Versicherung online vergleichen und bis zu 50%! der Beiträge einsparen

Einstufung und Rückstufung bei Schadenfreiheits-Klassen

Maßgeblich für die vertragliche Einstufung ist also die Versicherungszeit; auf die Jahre des Führerscheinbesitzes kommt es nur bei Fahranfängern an. Üblicherweise wird die Einstufung zum 1. Januar eines Jahres jeweils angepasst. War der Vorjahreszeitraum für die Versicherung schadenfrei, erfolgt im Normalfall der Aufstieg in die nächste SF-Klasse. Ein höherer Schadenfreiheitsrabatt resultiert dann in niedrigeren Beitragskosten.

Wurde dagegen ein Schaden gemeldet und musste reguliert werden, hat dies eine Rückstufung zur Folge. Um wie viele Klassen man dabei zurückfällt, ist nicht einheitlich und hängt von den speziellen Versicherungsbedingungen des Anbieters ab. In vielen Fällen halbiert sich die Einstufung, das heißt: Wer nach zehn Jahren einen Unfall verursacht, würde von der SF-Klasse 10 in die SF-Klasse 5 rückgestuft.

Deshalb stellt sich in einem kleineren Schadensfall häufig die Frage: Lieber selbst bezahlen oder doch der Versicherung melden? – Die Selbstregulierung kann sich lohnen, wenn die dabei entstehenden Kosten durch den geretteten höheren Beitragsrabatt ausgeglichen werden.

Schadenfreiheitsklassen Tabelle
Schadenfreiheitsklassen Tabelle

Versicherungsvergleich und Versicherungswechsel

Die Kfz-Versicherung mit den anfänglich niedrigsten Beiträgen ist längerfristig nicht unbedingt die günstigste. Zum einen kommt es darauf an, wie hoch die gewährten Schadenfreiheitsrabatte tatsächlich ausfallen und wie schnell sie sich mit den Jahren erhöhen. Zum anderen sollte man auch danach sehen, wie sehr gegebenenfalls eine Rückstufung zu Buche schlägt. Hierbei gibt es, je nach Anbieter, erhebliche Unterschiede.

Ein Versicherungswechsel kann sich durchaus lohnen. Wer den Versicherer wechselt, nimmt in der Regel seine Einstufung mit; das heißt: Die Einstufung der Schadenfreiheitsklassen bleibt erhalten. Allerdings bedeutet das nicht, dass der Beitragsrabatt derselbe ist. Das muss man den jeweiligen Versicherungsbedingungen entnehmen. – Bei einem Unfall bietet es sich möglicherweise an, ab dem folgenden Jahr zu einem Anbieter zu gehen, der einen deswegen weniger streng zurückstuft.

KfZ-Versicherungswechsel, 500 Gesellschaften vergleichen -> Hier klicken

Viele Versicherer bieten als kostenpflichtige Zusatzleistung einen sogenannten Rabattschutz an, der unter bestimmten Bedingungen die Rückstufung trotz Schadens verhindert. Nimmt man dies in Anspruch, endet der Schutz jedoch beim Wechsel zum nächsten Anbieter.

Gut zu wissen
  • Unterbrechungen des Versicherungsschutzes sind bis zu sechs Monaten unschädlich. Bei längerer Dauer friert die Einstufung zunächst ein, später geht pro Jahr eine der Schadenfreiheitsklassen verloren. Nach sieben Jahren verfällt der Schadenfreiheitsrabatt vollständig.
  • Reguliert der Versicherer zunächst einen Schadensfall, bleiben noch sechs Monate Zeit, die verauslagten Kosten nachträglich zu erstatten und so eine Rückstufung zu vermeiden. Man kann also ohne Entscheidungsdruck sich gegebenenfalls umentscheiden.
  • Der Schadenfreiheitsrabatt können Sie häufig, wenngleich in bestimmten Grenzen, ganz oder teilweise übertragen. Dies gilt sowohl für Personen im engsten Familienkreis als auch hinsichtlich anderer angemeldeter Fahrzeuge.
  • Viele Kfz-Versicherungen erlauben es, im Ausland erworbene Freiheitsklassen auf Deutschland zu übertragen und anzurechnen. Die genauen Bedingungen und, welche Unterlagen in welcher Form einzureichen sind, teilt der Anbieter auf Anfrage mit.
Fazit

Das Rabattsystem der Schadenfreiheitsklassen bietet gute Möglichkeiten, durch niedrige Beiträge Geld zu sparen und den Gesamtaufwand für Versicherungsaufwendungen zu reduzieren. Ein guter Wegweiser durch das Dickicht der, je nach Anbieter, voneinander abweichenden Versicherungsbedingungen ist dabei hilfreich; Expertenrat zahlt sich aus. Das gilt gerade auch nach einem Schadensfall, um die Mehrkosten durch die Rückstufung in Grenzen zu halten.

2 Gedanken zu „Schadenfreiheitsklassen – unfallfrei fahren und Geld sparen“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.